Edertrainer qualifizieren sich für Funiño

Rosenthal – Bei einer von den Fußball-Abteilungen des TSV Rosenthal (verantwortlich: Torsten Hofmann) und TSV Gemünden (verantwortlich: Heinz-Jürgen Hammer und Johanna Ochs) ausgerichteten Schulung mit Lehrreferent Michael Dörr vom Hessischen Fußball-Verband wurden Trainer und Betreuer aus dem Fußballkreis Frankenberg über die künftige Spielweise in der G- und der F-Jugend informiert.

Grundlage der notwendigen Neuerungen seien die Veränderungen in der Gesellschaft, die auch beim Fußball nicht Halt machten, so der Referent. Eltern nähmen zum Beispiel ihre Fürsorgepflicht anders wahr als früher, Trainer würden dadurch in ihrem Verhalten angreifbarer. Und auch die Kinder akzeptierten längst nicht mehr alles so wie in früheren Generationen.

Diese Entwicklung habe positive wie negative Seiten. Um gerade den Nachwuchs bei der Stange zu halten, wurde nun für die G- und die F-Jugend mit „Funiño“ (Wortschöpfung aus dem englischen „fun“ für „Spaß“ und dem spanischen „niño“ für  Junge, Kind“) eine neue Spielform ausgearbeitet. Sie wird laut Jürgen Schicke,  Koordinator für die Qualifizierung im Fußballkreis Frankenberg, die Wettkampfform der Zukunft bilden und soll bereits 2020 auf Kreisebene durchgeführt werden.

Gespielt wird auf einer Spielfeldgröße von zirka 22 mal 28 Meter mit vier MiniToren. Ziel ist es unter anderem, den Spielspaß zu erhöhen, was gerade für sehr junge Kinder wichtig ist. Es wird ohne Torwart gespielt. Dadurch soll vermieden werden, dass der vermeintlich schlechteste Spieler ins Tor „abgeschoben“ wird.

Gefördert werden sollen die Spielintelligenz, die Spielkreativität und die Wahrnehmungsbereitschaft der Kinder. Sie lernen zudem, die Spielsituationen zu analysieren und taktisch kluge Entscheidungen zu treffen, denn sie sind ständig gedanklich und körperlich gefordert. Schnell werden sie bekannte Handlungsmuster erkennen und im gegebenen Fall darauf zurückgreifen. Durch die Spieleranzahl drei gegen drei ergeben sich weitere Vorteile: Jeder Spieler hat mehr Ballkontakte und zugleich mehr Torchancen. Es werden mehr Tore erzielt (Ballgröße 3 à 290 Gramm), es finden mehr Pässe statt, und die Spielzeit des Einzelnen vergrößert sich. Nach jedem Tor müssen beide Mannschaften wechseln. Auf diese Weise soll jeder Spieler ausreichend Spielzeit erhalten und nicht auf der Ersatzbank „versauern“.

Pro Team gibt es maximal einen Rotationsspieler. Nach jedem Spiel wird rotiert. Im Anschluss an die Theorie probierten die Schulungsteilnehmer auf dem Rosenthaler Sportplatz „In der Aue“ die neuen Bestimmungen erst einmal selber aus. Anschließend fand mit 20 Kindern die Praxiserprobung statt. Einige von ihnen hatten die neue Spielform bereits im Training geübt, für die meisten war sie jedoch Neuland. Am 20. Oktober wird in Rosenthal während eines Spielfestes das erste Funiño-Turnier ausgetragen.

 

Vor der Praxiserprobung: Trainer und Betreuer des Kreises Frankenberg mit Jürgen Schicke (Zweiter von rechts),
Kreisjugendwart Rudolf Matter (Dritter von rechts) und HFV-Lehrreferent Michael Dörr (Vierter von rechts).

 

Quelle HNA

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